Bernd Edenhofer
Ipsen International GmbH
Die Wärmebehandlung schafft den eigentlichen Mehrwert bei der Herstellung von Funktionsbauteilen, insbesondere von Getriebekomponenten. Ein teuer, über Erschmelzen, Warmumformen, Glühen, Grobzerspanen und Verzahnen hergestelltes Getriebeteil ist ohne Wärmebehandlung unbrauchbar, also wertlos.
Erstaunlicherweise betragen die Kosten für diesen, einen derartig hohen Mehrwert schaffenden Verfahrensschritt nur einen Bruchteil der gesamten Herstellkosten. Sie liegen bei vielen Anwendungen nur im Bereich von 5%. Betrachtet man jedoch alle mit der Wärmebehandlung zusammenhängenden bzw. von ihr verursachten Arbeitsschritte, wie Reinigen, Strahlen und insbesondere die nötig werdende Nacharbeit in Form von Schleifen der Zahnflanken, so kann die Gesamtheit dieser Kosten durchaus an 15% der Stückkosten heranreichen.
Eine deutliche Reduzierung der Herstellkosten ist deshalb in erster Linie durch Verminderung der Maßänderungen zu erreichen. Hierzu sind die Einflussgrößen der Stahlherstellung, Formgebung, Gefügehomogenität, Härtbarkeitsstreuung, Zerspanung und natürlich auch der Wärmebehandlung, wie insbesondere Positionierung der Werkstücke in der Charge, Gleichmäßigkeit der Erwärmung, der Aufkohlung und des Wärmeentzuges bei der Abschreckung zu analysieren und optimieren.
Es gibt Veröffentlichungen von Herstellern von Lkw-Getrieben, die aussagen, dass der Anteil der Wärmebehandlung an den auftretenden Verzügen nur bei etwa 10% liegt und der Großteil von der Form und dem Werkstoff (Gefüge, Härtbarkeit, etc.) verursacht werden [1]. Das mag stimmen, zumindest so lange diese Einflussfaktoren nicht optimiert sind. Sind Werkstoff und Formgebung hinsichtlich Verzüge aber optimiert, steigt der Anteil der Wärmebehandlungsfaktoren am Verzug aber in Richtung 50%
Also ist es durchaus lohnend, Aktivitäten bei der Wärmebehandlung, dem gleichmäßigen Erwärmen, Aufkohlen und insbesondere dem Abschrecken zu unternehmen. Weiterlesen
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